Project Argo: Themenspezifisches Blogging

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Die Lektüre des immer unterhaltsamen und gleichzeitig gehaltvollen Contentsmagazine hat mich diesmal zu einem Goldtopf am Ende des Web-Regenbogens geführt: Project Argo.

Das Projekt dreht sich um themenspezifisches Blogging von Journalisten. Insgesamt wurden 12 WordPress-Sites aufgezogen, jede zu einem anderen Thema (z.B. Gesundheit, Politik, regionale Musik etc), die schlussendlich in die Redaktionen der teilnehmenden US-amerikanischen Radiostationen integriert werden. Ziel ist es, ein System zu entwickeln, dass es Ein-Mann-Bloggern ermöglicht, eine attraktive und robuste Site aufzubauen. Laut offizieller Beschreibung ist das Project Argo “a collection of tools and best practices for building topic-focused sites in WordPress”.

Warum ich Feuer und Flamme für diesen meinen neuen Goldtopf bin? Ich kann aus ihm für meine eigene Arbeit und die Arbeit im Web Literacy Lab schöpfen. Das Projekt wurde nämlich dauerhaft begleitet und das während des umfangreichen Lernprozesses erworbene Wissen findet sich gesammelt auf dem Blog. Das Themenspektrum ist groß: es reicht von Strategie und Planung über den Social-Media-Einsatz bis hin zu wichtigen Blogging-Basics und technischen Erfordernissen. Viele der Blogposts sind in Hinblick auf Content-Strategie von großer Relevanz.

Neben den Inhalten des Projekts wurden außerdem WordPress-Themes entwickelt, die auf verschiedenen Best Practices beruhen und weiterverwendet werden können. Dasselbe gilt für eine Reihe von Plugins, die von jedem Blogger genutzt werden können. Alle Inhalte des Projekts stehen offen zur Verfügung. Webbasiertes, öffentliches Lernen und Lehren werden gefördert. Wirklich ein tolles Projekt!

Voraussetzungen für gelungene Webinhalte im Sinne der Content-Strategie

Die meisten Unternehmen, die ihre Webaktivitäten verändern oder verbessern wollen, fangen nicht bei Null an. Sie haben bereits Content produziert und im Web bereitgestellt. Wie sinnvoll und brauchbar dieser Content ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Web Literacy Lab haben wir uns überlegt, welche Kriterien im Sinne einer Content-Strategie “gute” Inhalte auszeichnen.

Folgende Situation: Wir klemmen uns die Notebooks unter die Arme, rücken unsere Gedanken zurecht und wagen uns aus dem Elfenbeinturm/Büro, um uns mit der Geschäftsführung bzw. den Content-Verantwortlichen eines steirischen Unternehmens zu treffen. Das Unternehmen ist in der Branche sehr erfolgreich (ob der genannten Umsatzzahlen lässt der Neid uns erblassen). Nur online funktioniert die Kommunikation mit den Usern so gar nicht, das Unternehmen ist im Web so verloren wie die sprichwörtliche Träne im Ozean. Dann die Fragen an uns als “Experten”: Wie gut/schlecht ist unsere Webkommunikation? Was machen wir richtig/falsch? Und was fehlt uns noch?

Content-Strategie-Phase 1: detaillierte Bestandsaufnahme vorhandener Inhalte

In der Content-Strategie wird der gesamte vorhandene Content in einer ersten Phase identifiziert und durchleuchtet. Neben der quantitativen Bestandsaufnahme werden die Inhalte von der Landingpage bis zur untersten Subebene auch qualitativ bewertet. Dieses sogenannte “Audit” ist eine Menge Arbeit und verteufelt kleinteilig. Es wird also in der Regel erst durchgeführt, wenn der Content-Stratege den Auftrag bereits in der Tasche und seine Nase schon tief im Content des Unternehmens hat.

Doch wie Content allgemein bewerten?

Wir sitzen noch immer vor unseren Gesprächspartnern, denken scharf nach und ringen um eine passende Antwort. Im Kopf: Wir erkennen auf den ersten Blick viele Mängel betreffend die Inhalte des Unternehmens. Wir können aus dem Stehgreif keine Analyse des vorhandenen Content aus dem Ärmel schütteln. ABER: Wir können beschreiben, zusammenfassen und kategorisieren, was zur Produktion, Bereitstellung und Pflege von sinnvollem Content auf Unternehmensseite nötig ist. Also brauchen wir Bewertungskriterien für Online-Content. Wir brauchen verallgemeinerbare Voraussetzungen, die Webinhalte erfüllen müssen, um sinnvoll zu sein. Erst dann können wir dem Unternehmen noch vor der ersten Phase des Content-Strategie-Prozesses darlegen, warum sein Content nicht funktioniert, was es anders machen sollte und was ihm fehlt.

Zurück im Elfenbeinturm/Büro, versuchen wir (Heinz Wittenbrink und meine Wenigkeit), solche Voraussetzungen für brauchbare Inhalte im Sinne der Content-Strategie zu definieren. Dabei gehen wir kategorisch vor und identifizieren verschiedene relevante Bereiche, die bei der Produktion, Bereitstellung und Pflege von Webcontent beachtet werden müssen. Das Ergebnis ist ein Schema mit acht Kategorien, welches einerseits die Erfordernisse an brauchbaren Webcontent beschreibt und andererseits eine erste Bewertung der Onlinekommunikation von Unternehmen ermöglicht. Folgende acht Bereiche haben wir identifiziert:

Voraussetzungen für gelungenen Content

1. Awareness und Kompetenz

Am Anfang steht immer Bewusstsein. Das Unternehmen hat bereits ein Bewusstsein für die strategische Dimension von Webkommunikation entwickelt und begreift Content als ein bedeutendes – und ökonomisch vorteilhaftes – Business Asset. Folglich lohnt es sich auch, (zeitliche, personelle und finanzielle) Ressourcen in die Produktion, Bereitstellung und Pflege von Webcontent zu investieren. Soll heißen: Das Unternehmen sieht einen klaren wirtschaftlichen Vorteil durch gelungenen Content. Hieraus ergeben sich weitere Notwendigkeiten: Den Mitarbeitern werden Kompetenzen betreffend die Webkommunikation vermittelt und das Unternehmen unterstützt aktiv einen möglichen Kulturwandel durch die veränderten Kommunikationsaktivitäten.

2. Strategie und Zieldefinition

Das Unternehmen geht betreffend seine Webkommunikation strategisch vor: Die (Kommunikations-)Strategie für Online-Inhalte ist ausformuliert (in Form eines Project Brief), umfassend und klar. Präzise Botschaften sind formuliert und hierarchisiert. Neben den allgemeinen Zielen des Unternehmens (Business Goals) sind spezielle Ziele der Webkommunikation definiert (Tactics; z.B. Verbesserung der Suchfunktion auf der Website). Alle Aktivitäten im Bereich Content sind auf die langfristige Erreichung dieser Ziele ausgelegt.

3. User und ihre Bedürfnisse, Wünsche, Erwartungen

Das Unternehmen weiß, wer seine User sind, wo sie sich aufhalten und welche konkreten Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen sie haben. Außerdem weiß es, welche Handlungen sie im Web vollziehen (z.B. wofür sie die Website des Unternehmens nutzen) und welche Gewohnheiten sie haben. Die bereits bestehenden Interaktionen zwischen Usern und dem Unternehmen verglichen mit den angestrebten Interaktionsformen (durch einen Rückgriff auf die Strategie der Webkommunikation) ergeben die noch zu erreichenden Ziele in diesem Bereich. Letztendlich führt das Unternehmen Testverfahren zur Wirkung und Benutzbarkeit von Inhalten durch, wertet die Ergebnisse aus und lässt diese wiederum in seine Content-Aktivitäten einfließen.

4. Redaktionelle Prozesse

Im Unternehmen sind redaktionelle Strukturen und Verantwortlichkeiten für den Webcontent klar geregelt. Ein Workflow definiert bereits im Voraus die Contentproduktion, -bereitstellung und -pflege. Regelmäßiges und aktuelles Publizieren garantieren ein Zeitplan und ein Redaktionskalender. Neben formulierten Guidelines können sich die Webredakteure auch auf Content Templates oder vordefinierte Beispiele etwa für einzelne Sektionen der Website stützen. Zu jedem Zeitpunkt hat mindestens eine Person einen Überblick über den gesamten aktuellen und archivierten Content.

5. Content-Management

Das Unternehmen benutzt Tools und Prozesse zur langfristigen Pflege und zu sinnvollem Management von Content. Dies beinhaltet einerseits die Wahl das geeigneten Content Management Systems, welches den Anforderungen an die publizierten Inhalte entspricht. Die Strukturierung des Content wird andererseits mittels Techniken der Informationsarchitektur auf die Project Objectives und User Needs abgestimmt. Wichtig ist außerdem die Trennung von Präsentation und Inhalten, um die Portabilität des Content zu gewährleisten (z.B. durch RSS-Feeds).

6. Content-Qualität

Die Inhalte des Unternehmens erfüllen die Ansprüche der User an Relevanz, Aktualität, Lesbarkeit und Strukturiertheit. Auch sprachliche Anforderungen an den Content (Stil, Ton, Brand Voice), Auffindbarkeit in Suchmaschinen, Multimedialität und Verlinkungen werden beachtet. Personalisierung auf allen Plattformen hilft, die Inhalte mit den handelnden Personen im Unternehmen in Verbindung zu bringen.

7. Plattform-Strategie

Das Unternehmen überlegt sich genau, wo konsistente Kommunikation und Interaktion mit den Usern sinnvoll ist und wählt zielgruppenadäquate Plattformen für seine Inhalte. Die benutzten Tools unterstützen Strategie und Ziele, die verschiedenen Kanäle sind aufeinander abgestimmt. Community-Manager bzw. Moderatoren kümmern sich in Social Media um die Netzwerkpflege. Die kommunizierten Inhalte sind teilbar und die Social-Media-Inhalte werden umgekehrt in die Website integriert.

8. Evaluierung und Monitoring

In allen Phasen des Webprojekts werden Forschungen und Erhebungen aller Art (Trafficanalysen, Usabilitytests, Search Engine Optimization, Wettbewerbsanalysen etc.) durchgeführt. Der Erfolg der Webkommunikation muss (!) messbar, entsprechende Erfolgsparameter müssen definiert sein. Die Ziele des Projekts werden in möglichst konkrete Erfolgskriterien umgewandelt, deren Erreichung messbar ist. Regelmäßige Auswertungen sowie die unternehmensinterne Kommunikation der Daten fördern Transparenz und zeigen Erfolge auf.

Die vorgestellten Kriterien sollen – wie bereits erwähnt – einerseits dazu dienen, die Webkommunikation von Unternehmen qualitativ einschätzen, Mängel und Verbesserungspotenziale aufzeigen zu können. Andererseits dienen sie als Voraussetzungen für sinnvollen und brauchbaren Webcontent. Unternehmen, deren Content die besprochenen Erfordernisse (zum Teil) erfüllt, sind auf einem guten Weg, für die User brauchbaren Content zu produzieren und damit auch der Erreichung der eigenen Ziele einen Schritt näher zu kommen.

Content Strategie im Web Literacy Lab

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Im Web Literacy Lab setzen wir auf Content Strategie, um Unternehmen zu einem professionellen, erfolgreichen und sinnvollen Webauftritt zu verhelfen. Meine kluge Kollegin Karin Raffer und ich haben noch vor Weihnachten eine Prezi zum Thema Content Strategie inklusive unseres eigenen Zugangs betreffend eine mögliche Methodologie erstellt. Darüber haben wir nun finally auch gebloggt – und zwar hier. Wir freuen uns über Meinungen, Anregungen und Kommentare.

Buchbesprechung: “Content Strategy for the Web” von Kristina Halvorson

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Vergangene Woche habe ich für pr-blogger.de einen Post über das großartige Buch “Content Strategy for the Web” von Kristina Halvorson geschrieben, das einen leitfadenartigen Einblick in die Praxis der Content Strategie gibt.

Bei Buchbesprechungen hat man bekanntlicherweise nie genug Platz (besonders für Lobeshymnen oder vernichtende Kritik). Aber ich bin so frei und nehme mir in Kürze hier den Platz, Halvorson’s Inhalte genauer zu beleuchten. Das ist ein Versprechen!

Argumente für Content Strategie. Wenn ich Entscheidungsträgerin wäre…

Unternehmen können bisher den ökonomischen Wert von sinnvoller und richtiger Webkommunikation nur ungenügend oder gar nicht einschätzen. Deshalb liegt es an uns, die Entscheidungsträger von der Sinnhaftigkeit einer Content Strategie zu überzeugen. Wir brauchen stichhaltige Argumente, Leute!

Wenn ich Entscheidungsträgerin in einem Unternehmen mit einer Webpräsenz wäre, würde ich einen Batzen Kohle in die Hand nehmen, einen guten Content Strategen einstellen, ihm vertrauen und ihn machen lassen. Er würde dann empirisch fundierte Useranalysen durchführen, meinen bestehenden Content genau untersuchen und dafür sorgen, dass neue, verbesserte und brauchbare Inhalte entstehen. Er würde redaktionelle Prozesse einführen, die die Aktualität, Relevanz und Auffindbarkeit meines Content garantieren und sich überlegen, welche Ressourcen zu dessen langfristiger Pflege benötigt werden. Außerdem würde er die eingefahrenen Onlineerfolge messen (in Zahlen!) und mir ausführlich Bericht darüber erstatten, wie er es geschafft hat, dass jetzt nicht nur meine User zufrieden sind und ihre Erwartungen erfüllt sehen, wenn sie sich mit meinem Webauftritt auseinandersetzen, sondern auch, wie ich mit gutem Content meinen ökonomischen Zielen Schritt für Schritt näher komme.

Der begrabene Hund: stichhaltige Argumente
Ich bin keine Entscheidungsträgerin in einem Unternehmen mit Webpräsenz. Der Grund, warum ich, wenn ich einer wäre, einen Content Strategen einstellen würde, wäre, weil ich wüßte, welche Vorteile ich davon hätte. Und da liegt auch schon der Hund begraben: Unternehmen wissen nicht, welche Vorteile sie von (für die User) nützlichem, sinnvollem, richtigem Content haben. Oder welche Nachteile schlechte, unbrauchbare, unverständliche Inhalte mit sich bringen.

Dieser Um- bzw. Missstand ist vielleicht nicht sofort offensichtlich, jedoch wesentlich. Eines haben alle Unternehmen bzw. deren Entscheidungsträger gemeinsam: Am Ende des Tages wollen sie ein fettes schwarzes Plus sehen, Gewinne einfahren. Und da stellt sich berechtigterweise die Frage: WARUM sollten sie Ressourcen in eine aufwendige und kostenintensive Content Strategie investieren, wenn deren Erfolg für sie nicht gewiss ist und sie im Gegenteil sogar ein Verlustgeschäft bedeuten kann?

Der Wert von richtigem Content für Unternehmen ist vielerorts also noch nicht klar. Das betont auch Melissa Rach in ihrem Blogpost “The Business of Content”:

“Today, content (particularly online content) has become such a critical part of business success that it can’t be ignored.  Businesses know they need content—badly—but have no idea what it’s worth or how to justify spending money on it. While technology keeps driving the need for more content and related services, economics and business theory are struggling to catch up.”

Der Schluss: Will man Unternehmen Content Strategie näher bringen und Inhalte als wichtiges Business Asset in ihrem Zugang verankern, müssen stichhaltige (ökonomische) Argumente  vorgebracht werden. Auch wenn bereits Awareness für die Notwendigkeit von Webkommunikation besteht – eine Content Strategie geht weit über “Machen wir eine Facebook-Page!” und “Lasst uns die Website neu gestalten!” hinaus. Es gilt also, Überzeugungsarbeit zu leisten. Sonst bleibt der Hund begraben – und mag er sich auch die Seele aus dem Hals bellen.

Wenn ich Content Strategin wäre…
Wenn ich Content Strategin wäre, würde ich mir also Argumente zurecht legen, die Entscheidungsträger von der ökonomischen Sinnhaftigkeit einer Content Strategie überzeugen. Dafür muss allerdings intensive Vorarbeit geleistet werden. Bisher gibt es noch keine umfassenden, absolut verlässlichen und wasserdichten empirischen Messmethoden für den Erfolg von Webkommunikation. Es ist essentiell, so viele Zahlen wie möglich zu sammeln, zu vergleichen und zu analysieren. Vielfach allerdings bleibt der Content Stratege auf seiner Bekehrungsmission weit vor diesem Punkt stecken. In ihrem großartigen Buch “Content Strategy for the Web” nennt Kristina Halvorson an dieser Stelle drei Beispiele, wie die Bedeutung von Content Strategie als Business Asset argumentiert werden kann.

1. Dokumentation von Fallbeispielen
Wenn Entscheidungsträger keine konkreten Zahlen bekommen können, wollen sie Beispiele: Wie haben es die anderen aus der Branche gemacht? Gibt es Erfolgsrezepte? Wie sollten wir es auf keinen Fall machen? Wenn der Content Stratege Good- und Worst-Practice-Beispiele vorlegt, kann er damit gleichzeitig Notwendigkeiten begründen. Wichtig ist hier allerdings, dass branchennahe Szenarien vorgestellt werden. Es hat keinen Sinn, einem business-to-business-Softwareunternehmen die Content Strategie einer Warenhauskette zu präsentieren.

2. Dokumentation von Contenterhebungen
Mit der Dokumentation von sogenannten Content Audits (–> der gesamte Content eines Unternehmens wird quantitativ und qualitativ überprüft) kann den Entscheidungsträgern die Content-Krise in ihrer ganzen unschönen Leibhaftigkeit vor Augen geführt werden. Um Awareness für das Thema zu erzeugen, ist es nicht unbedingt notwendig, den Content des betreffenden Unternehmens zu reviewen. Auf einem großen Spreadsheet oder in Tabellenform sind alle Mängel der Inhalte detailliert aufgelistet – das überzeugt davon, dass es an der Zeit ist, etwas zu tun.

3. Dokumentation von contentrelevanten Prozessen
Eine Content Strategie definiert nicht nur die Inhalte eines Unternehmens neu, anders und besser. Es geht zu einem großen Teil auch darum, Arbeitsprozesse einzuführen, die dauerhaft zu aktuellem, relevantem, sinnvollem Content führen. Diese (hauptsächlich redaktionellen) Prozesse sind in vielen Unternehmen mehr oder weniger gar nicht vorhanden bzw. nicht definiert oder dokumentiert. Entscheidungsträger können die Chancen für das eigene Unternehmen in diesem Bereich erst erkennen, wenn ihnen vor Augen geführt wird, dass strukturierte Prozesse zur langfristigen Pflege von Content essentiell sind – und ihnen diese Prozesse fehlen.

“Prove the value of our work”
Bereitet der Content Stratege diese Dokumentationen sorgsam und detailliert vor, hat er erste Argumente in der Hand um zu zeigen, dass der aktuelle Content eines Unternehmens nicht funktioniert, die bestehenden Prozesse mangelhaft sind und dass die Konkurrenz schon auf dem richtigen Weg ist (Ohoh!). In weiterer Folge kann er seine Content-Empfehlungen und Lösungsansätze für die aufgezeigten Probleme präsentieren. Er wird auf offen(er)e Ohren stoßen, wenn die Entscheidungsträger die Schwächen und das Verbesserungspotenzial der eigenen Inhalte sowie die im Endeffekt positiven Auswirkungen einer Content Strategie auf die Business Objectives des Unternehmens erkennen.

Melissa Rach unterstreicht auf contentsmagazine.com, dass es für die Disziplin der Content Strategie entscheidend ist, Unternehmen zu verdeutlichen, welchen WERT guter Content hat. Erkennen die Entscheidungsträger die Bedeutung von Content Strategen für ihren wirtschaftlichen Erfolg, rücken diese aus dem Schatten der Nebensächlichkeit und endlich an den Konferenztisch.

“(…) we’re going to have to find new ways to prove the value of our work, so we can get funded and paid (oh, that!). It means there’s an opportunity to change our role in the organization—from being on the “nice-to-have” sidelines to sitting at the boardroom table with the people who set vision and strategy.”

Content und Strategie – Wir holen die Taube vom Dach.

Unternehmen haben die Sinnhaftigkeit von Webkommunikation bereits größtenteils erkannt. Dennoch stolpern sie über zwei grundlegende und essentielle Anforderungen, ohne die Erfolg im Web nicht möglich ist: eine konkrete Strategie und guten Content.

Wie Unternehmen im Web richtig und sinnvoll kommunizieren, ist nicht einfach zu erklären. Es ist schwierig, über die Beschreibung von Best-Practice-Beispielen und Worst-Case-Szenarien hinauszukommen und nicht immer sind diese Beschreibungen für die konkreten Problemstellungen von Unternehmen hilfreich. Vor allem dann nicht, wenn sie wie unsere steirischen Referenzunternehmen im Web Literacy Lab aus sehr unterschiedlichen Branchen kommen und meist sehr spezifische Geschäftsgegenstände und daher auch Zielgruppen haben – sozusagen “Einzelfälle” sind. Auch auf wissenschaftlicher, theoretischer und methodologischer Ebene gibt es bisher noch kaum etwas Konkretes zum Thema Unternehmenskommunikation im Web.

Wie also vorgehen? Ein Fahrplan mit einzelnen Haltestellen bis zur Endstation “Erfolg im Web” wäre wünschenswert. Unter dem Motto: “Geh die Schritte eins bis 20, dann werden Dich die Menschen im Web lieben!”. Oder eine Liste von Kompetenzen (der “Web Literacy”), die für webbasierte Kommunikation Erfolg garantieren. Besonders Menschen, die bisher noch keine oder nur geringe Erfahrungen im Web und mit dem Web haben, straucheln. Sie fühlen sich durch die vielen verschiedenen Tools, mangelnde (finanzielle, personelle und zeitliche) Ressourcen im Unternehmen, fehlendes technisches Verständnis und fehlendes Know-how über geeignete Inhalte verunsichert. Erschwerend kommen oft negative Erfahrungen mit geringer Partizipation der User in Social Media hinzu.

Content Strategie ist die Taube auf dem Dach
Aufgrund dessen werden  von Unternehmen häufig Einzelmaßnahmen gesetzt, die zwar grundsätzlich sehr engagiert sind, jedoch nicht den gewünschten Erfolg (z.B. Reputationssteigerung, Kundenbindung, Interaktion mit der Zielgruppe etc.) bringen. Der Spatz sitzt zwar schon in der Hand, wenn Unternehmen sich dazu durchringen, beispielsweise eine Facebook-Page zu implementieren oder Kommentierungen auf ihrer Website zuzulassen. Die Taube vergnügt sich aber weiterhin auf dem Dach, wenn keine klar festgelegten Konzepte dieser Kommunikation zugrunde liegen.

Quelle: heliumcontentsource.files.wordpress.com

Quelle: heliumcontentsource.files.wordpress.com

Der US-amerikanische Ansatz der Content Strategie, mit welchem wir uns im Web Literacy Lab zunehmend beschäftigen (dazu auch Blogposts von Heinz Wittenbrink hier), geht davon aus, dass Unternehmen trotz intensiver Bemühungen im Web nicht erfolgreich sind, wenn zwei zentrale Problemfelder nicht berücksichtigt werden: Strategie und Content.

1. Eine integrierte Strategie ist Vorraussetzung für einen konsistenten und gelungenen Webauftritt. Dabei muss die Strategie einerseits auf die Anforderungen des Unternehmens (Business Goals, Project Objectives) eingehen und andererseits die Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse der User (im Sinne des User-Centered Design) berücksichtigen. Heute fehlt es vielen Unternehmen noch an so einer Strategie, die präzise Botschaften, konkrete Ziele und Rahmenbedingungen für die Webkommunikation enthält, dem Unternehmen ein bestimmtes Image und Lebensgefühl zuschreibt sowie ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der Webkommunikation für das Unternehmen darstellt.

2. Content, also alle Formen von Inhalten im Web (Text, Audio, Video, Bilder etc.), wird häufig als Nebensächlichkeit betrachtet. Dabei ist es professioneller, brauchbarer, konziser und Nutzen stiftender Content, der die User dazu bringt, sich mit einem Unternehmen auseinanderzusetzen, mit ihm in Interaktion zu treten und es weiterzuempfehlen. Die Inhalte müssen die Ansprüche der User an Aktualität, Lesbarkeit, Strukturiertheit und Auffindbarkeit erfüllen – ansonsten sind sie frustriert und können keinen Nutzen aus dem Webauftritt ziehen. Außerdem muss der vorhandene Content bezogen auf seine Erstellung, Pflege, Verwaltung und Archivierung mit der klar definierten Strategie konform gehen und diese umsetzen.

Der erste Schritt von Unternehmen im Sinne einer Content Strategie muss folglich sein, sich der Notwendigkeit dieser Strategie sowie brauchbaren Contents bewusst zu werden, bevor an die Umsetzung von Einzelmaßnahmen im Web gedacht wird. Awareness ist das Zauberwort. Awareness dafür, dass professionelle Webkommunikation sinnvoll ist, dass sie Geld kostet und aufwendig ist und dass es detaillierter strategischer Überlegungen bedarf, um brauchbaren, sinnvollen und User-zentrierten Content zu erstellen. Awareness schließt aber auch das Wissen des Unternehmens darüber ein, dass professionelle Webkommunikation, welche auf einer Strategie und sinnvollem Content beruht, beiden Seiten etwas nutzt: den Usern UND dem Unternehmen. Nicht lieber den Spatz in der Hand, wir holen die Taube vom Dach!

Social Media für Manager – Mode oder Must?

Kurzmitteilung

Am Montag habe ich den “PRofi-Treff” im Haus der Industriellenvereinigung Steiermark (veranstaltet vom Wirtschaftsforum der Führungskräfte und dem PRVA) besucht. Bei der Podiumsdiskussion ging es um die Frage, ob Social Media bereits fixer Bestandteil der Unternehmenskommunikation sind / sein sollen / sein müssen. Heinz Wittenbrink war als einer der vier Experten am Podium mit dabei und hat zu Beginn ein erleuchtendes Kurzreferat über Social Media gehalten.

Hier geht’s zu meinem Post über die Podiumsdiskussion im WLL-Blog.
Twitter-Hashtag der Veranstaltung: #wdfprva